Am Samstag, den 26.09.26 haben in Nürnberg beim bundesweiten Aktionstag für den Schutz der Arbeitnehmerrechte fast 25.000 Menschen auf dem Nürnberger Kornmarkt demonstriert. In 14 weiteren Städten waren insgesamt 175.000 Menschen unter dem Motto : „Hart verdient. Deine Arbeit, deine Gesundheit, deine Rente“ auf der Straße. Sie machten auf Plakaten deutlich, dass die mit den Reformen der Bundesregierung nicht einverstanden sind, dagegen forderten sie : „Zusammenhalt statt Sozialabbau“, „Faire Bezahlung für gute Versorgung“, oder drückten ihre Wut gut hörbar aus. Mit unserem Plakat stellten wir den Wert des Menschen und die Menschwürde in die Mitte. Angereist mit vielen Bussen, mit Bahn und Pkws, trafen wir uns zu drei Demo-Zügen, die alle am Kornmarkt zusammenkamen.
Die Betriebsseelsorge Augsburg beteiligte sich gemeinsam mit den Kollegen aus den andern Bayerischen Bistümern an dem Demo-Zug, der Am Plärrer startete. Die Kollegen aus Bamberg hatten ihre Mahnglocke dabei, die sie vor der Hauptbühne aufgebaut hatten. Mit dabei war ein Kameramann der Fernsehredaktion des Erzbistums Bamberg, der einen Videobeitrag über unsere Beteiligung anfertigt und Interviews mit den Betriebsseelsorgern führte. Dieses Video wird am 04.10.26 bei der Sendung : Kirche in Bayern ausgestrahlt und ist jederzeit gut an- oder auch nachzuschauen.
Nach musikalischer Begrüßung durch die „Unterbiberger Hofmusik“ und durch die stellvertretende bayerische DGB-Vorsitzende Marietta Eder, warnte die Erste Bevollmächtigte der IG Metall, Christiane Benner die Bundesregierung davor, an den Arbeitszeiten (Acht- Stundentag, Wochenarbeitszeit) und der Altersteilzeitregelung zu rütteln. Eine abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren sei nicht verhandelbar. Rente sei kein Almosen, sondern über Beitragszahlungen hart verdient. Nach Bernhard Stiedl, bayerischer DGB-Chef, leidet der Sozialstaat massiv unter den Reformplänen der aktuellen Regierung. Statt Abbau des Sozialstaates brauche es mehr Solidarität. Luise Klemens, bay. Landesbezirksleiterin Ver.di, betonte in ihrer Ansprache die hart erkämpften Errungenschaften, die wir uns nicht kampflos nehmen lassen werden, und sah die Teilnehmer lautstrak auf ihrer Seite. Mustafa Öz, Landesbezirksvorsitzender der NGG, begann mit einem dankbaren Rückblick auf seine Mama, die ohne die Sprache zu können mit ihrem Vater als Gastarbeiter hier angefangen hatte und sich ihre Rente durch ehrliche Arbeit hart verdient hatte. Die DGB-Jugend nannte in einem Beitrag ihre Forderungen. Sie dürfen die nächsten Jahrzehnte unseren Sozialstaat mit ihrer Arbeit und ihren Beiträgen mitfinanzieren. Insgesamt steht der DGB für: Gute und sichere Arbeit, den 8 Stundentag, eine zum Leben reichende Rente, gute Pflege und Gesundheitsversorgung, starke Arbeitnehmerrechte mit Tarifbindung, in der Summe für einen starken Sozialstaat.
Wir Betriebsseelsorger und die KABler haben durch unsere Präsenz bei der Kundgebung gezeigt, wie wichtig der Kirche die Themen der Arbeitswelt sind und dass wir den Arbeitnehmern solidarisch zur Seite stehen, getreu dem Auftrag Jesu : Geht zu allen Menschen !
Ein klares Zeichen gegen Sozialabbau setzte die KAB mit ihrer Beteiligung am DGB-Aktionstag. So beteiligten sich in Nürnberg KAB-Mitglieder aus dem Bistum Augsburg und München-Freising sichtbar mit Fahnen an dem Demonstrationszug und an der Kundgebung.
Auch aus KAB-Sicht gab es ein eindeutiges Votum und übereinstimmende Positionen gegen eine Politik, die Sozialleistungen kürzt und die Lasten immer mehr auf Beschäftigte verteilt. Auch bei der Rente war man sich einig, dass die sogenannte „Rente mit 63“ erhalten bleiben muss. Ebenso beim Thema Pflege müsse diese bezahlbar bleiben und die Gesundheitsversorgung in der Qualität für alle gleichbleibend sein. Ein sozialer Kahlschlag gefährdet die Demokratie.
Die KAB wird weiterhin die politische Situation beobachten und ihre Stimme für Gerechtigkeit erhaben sowie zur erneuten Demonstration aufrufen, wenn es keinen Kurswechsel gibt.
Michael Dudella und Josef Haberkorn
Bilder: Michael Dudella, Josef Haberkorn