
Weil es um den Menschen geht
Kirchen und DGB unterstützen Betriebsratswahlen
Pressemitteilung
Deutscher Gewerkschaftssbund, Region Schwaben
Betriebsratswahlen 2026: Mitbestimmung stärkt Wirtschaft und Demokratie
DGB und kirchliche Arbeitnehmerorganisationen rufen zur Wahl auf
Am 1. März beginnen bundesweit die Betriebsratswahlen. Auch in der Region Schwaben sind Beschäftigte
bis zum 31. Mai aufgerufen, ihre Interessenvertretungen zu wählen.
„Mitbestimmung ist gelebte Demokratie im Arbeitsalltag. Gerade jetzt, wo Betriebe sich durch Digitalisierung,
neue Technologien und strukturelle Veränderungen neu aufstellen, brauchen Beschäftigte
eine starke Stimme und verbindliche Mitspracherechte im Betrieb“, sagt Silke Klos-Pöllinger,
Regionsgeschäftsführerin des DGB in Schwaben. „Ob im Industriebetrieb, im Handwerk oder im
Dienstleistungsbereich – Beschäftigte müssen bei der Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen mitbestimmen.“
Obwohl das Betriebsverfassungsgesetz vorsieht, dass in Betrieben ab 5 Beschäftigten Betriebsräte
gewählt werden, ist dies nicht selbstverständlich. Nach wie vor arbeiten mehr als die Hälfte der Beschäftigten
in Betrieben ohne betriebliche Interessenvertretung – hier besteht gerade im Wandel
großer Nachholbedarf: Engagierte Betriebsrätinnen und Betriebsräte verhandeln Arbeitszeitregelungen,
begleiten Umstrukturierungen, sichern Qualifizierung und kämpfen für gute Arbeitsbedingungen.
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, so kommentiert beispielsweise Betriebsrätin Susanne
Späth ihr Engagement, die vor 3 Jahren einen Betriebsrat mitgegründet hat. „Arbeitszeiterfassung
war dann der erste Brocken, den wir angegangen sind, da es kein einheitliches und transparentes
System der Arbeitszeiterfassung gegeben hat. Die gelungene Einführung eines Arbeitszeitkontos
mit Gleitzeit haben unsere Leute dann auch gefeiert und gibt dem Unternehmen Rechtssicherheit.“
Und dass Mitbestimmung nicht nur den Beschäftigten, sondern auch der Wirtschaft zugutekommt,
ist wissenschaftlich belegt. Studien der Hans-Böckler-Stiftung und arbeitsmarktökonomische Analysen
zeigen, dass Betriebe mit Betriebsrat im Durchschnitt produktiver sind, stärker in Weiterbildung
investieren und wirtschaftliche Veränderungen stabiler bewältigen. „Damit stärkt Mitbestimmung
auch die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Unternehmen und unseres
Wirtschaftsstandorts Bayerisch-Schwaben“, betont Silke Klos-Pöllinger weiter. „Beschäftigte erfahren
außerdem Selbstwirksamkeit. Und Betriebsräte geben Halt und Sicherheit in unsicheren Zeiten.“
Neben dem DGB rufen auch die kirchlichen Arbeitnehmerorganisationen KAB, Betriebsseelsorge
und KDA alle Beschäftigten dazu auf, sich an den Betriebsratswahlen zu beteiligen und ihren Arbeitnehmervertretungen
den Rücken zu stärken.
„Stellen Sie sich auch selbst als Kandidat für die Wahl zur Verfügung. Haben Sie den Mut, vor allem
in jenen Betrieben einen Betriebsrat zu wählen, in denen bisher noch keine Arbeitnehmervertretung
besteht“, betont Erwin Helmer, Betriebsseelsorger und Vorstandsmitglied der KAB Augsburg.
Ulrich Gottwald vom KDA, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evangelischen Kirche, ergänzt:
„Demokratisch gewählte Betriebsräte sind nicht nur wichtig für den einzelnen Betrieb, sondern
auch ein Beitrag zu Solidarität und Teilhabe in unserem Land.“
Auch Betriebsseelsorger Hans Gilg betont: „Betriebsratswahlen sind wichtig, weil es um den Menschen
geht. Bei unseren Besuchen in den Betrieben merken wir, es gäbe vieles nicht, wenn es keine
Betriebsräte gäbe. Sie schaffen Gerechtigkeit und Augenhöhe – und dass Würde in der Arbeitswelt
sichtbar wird.“
Die Betriebsratswahlen gehören in Deutschland zu den Wahlen mit der höchsten Wahlbeteiligung.
Bei den letzten Wahlen 2022 gaben, trotz erschwerter Bedingungen durch die Corona-Pandemie,
nach einer Auswertung der Hans-Böckler-Stiftung 71,9 Prozent der wahlberechtigten Beschäftigten
ihre Stimme ab.
Weitere Informationen:
Der DGB wirbt mit seiner Kampagne „Wähl dich stark“ für eine hohe Wahlbeteiligung und mehr betriebliche
Mitbestimmung: www.dgb.de/betriebsratswahl
Weitere Infos rund um die Betriebsratswahl: https://www.dgb.de/service/ratgeber/betriebsratswahlen/
Sollten Mitbestimmung oder Betriebsratswahlen angegriffen oder Beschäftigte unter Druck gesetzt
werden (z. B. Einschüchterung, Drohungen, rassistische Vorfälle, Desinformation), bietet auch eine
neue, öffentliche DGB-Infoplattform https://demokratiestaerken.dgb.de unter dem Titel „Sichere
Betriebsratswahlen 2026“ Hilfe und Orientierung.
Bild: Silke Klos-Pöllinger, DGB Schwaben